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t3n 45 – Marketing-Star Vaynerchuk: „Snapchat wird Facebook noch gefährlich werden“

veröffentlicht

Soziale Medien feiern statt verteufeln: Das versteht niemand besser als Marketing-Messias Gary Vaynerchuk. Was wir von ihm und den neuen Netzwerken lernen können, erklären wir in der t3n 45.

Wie sich soziale Netzwerke gerade verändern – jetzt in der t3n 45

Gary Vaynerchuk ist ein Getriebener, besessen von der Idee, das nächste große Ding noch vor allen anderen verstanden zu haben. Der Marketing-Guru probiert täglich neue Apps, um aktuelle Trends aufzuspüren. „Jeden Morgen wache ich auf, öffne den App-Store und gucke mir die beliebtesten Apps an“, sagt Vaynerchuk. Das sei nicht so schwer, die Daten seien da. „Wenn ich eine App interessant finde, dann lade ich sie runter und versuche, sie zu verstehen.“

So kam es, dass er Snapchat in einem seiner Bücher schon vor drei Jahren anpries, als die meisten von uns noch nicht einmal wussten, wie sich die App überhaupt schreibt und was das eigentlich soll mit diesem Verschwinden von Nachrichten. „Ich finde es witzig, dass so viele Leute das Potenzial nicht erkannt haben, obwohl schon Millionen Menschen die App verwendeten“, sagt der Social-Media-Experte im Gespräch mit t3n in London.

Drei Jahre später sprechen alle von Snapchat – selbst in Deutschland. Werden Facebook, Instagram und Twitter immer professioneller, so zählt bei Snapchat weder der Winkel noch die Kameraeinstellung oder der perfekte erste Satz. Statt über den Newsfeed, Texte oder Bilder kommuniziert eine ganze Generation über unvorteilhafte Videos mit Krakelschrift und Emojis. Doch woher kommt der Hype?

„Es ist ein wenig wie das frühe Twitter“, sagt Digital-Stratege Thomas Knüwer. Man spiele mit der App herum und genau das mache einfach Spaß. Das erklärt auch den Erfolg von Apps wie Dubsmash oder Musical.ly. Auf den Plattformen können Nutzer berühmte Filmzitate nachsprechen beziehungsweise Choreographien zu Liedern entwickeln. Diese Netzwerke generieren nicht nur eine jüngere Nutzerschar, sie bringen auch eine ganz neue Art von Stars hervor. Bei ihnen zählen weniger die Inhalte, sondern mehr, wie sie präsentiert werden: authentisch, glaubwürdig, echt. „Snapchat wird Facebook noch wehtun“, prognostiziert Gary Vayernchuk.

Natürlich wäre es viel zu früh, Facebook abzuschreiben: Mit Whatsapp, Instagram, der Facebook-App und dem hauseigenen Messenger stammen vier der populärsten Apps überhaupt aus dem Hause Mark Zuckerberg. Viel zu viel Macht für einen Konzern, findet Jaron Lanier. „Wir sollten darüber nachdenken, wie wir diese extreme Monopolstellung aufbrechen können“, sagt der Netz-Kritiker im Interview mit t3n. Davon auszugehen, dass Facebook einen guten Filter bauen könnte, hält er für falsch: „Das ist so, als würde man sich einen perfekten Diktator wünschen.“

Der Schwerpunkt in der Übersicht

  • „Snapchat wird Facebook noch wehtun“: Marketing-Messias Gary Vaynerchuk spricht mit t3n über den Erfolg der App mit dem gelben Geist, die Zukunft von Google und Facebook und verrät, was für ein Netzwerk er selbst bauen würde
  • „Es ist ein wenig wie das frühe Twitter“: Was Musical.ly, Dubsmash und Co über die Zukunft der sozialen Medien verraten
  • Das Snapchat-Tagebuch: 24 Stunden unterwegs mit Dauer-Snapper Philipp Steuer
  • Plötzlich berühmt: Social-Media-Stars und was Unternehmen von ihnen lernen können
  • Die neue Weltsprache: Wie Emojis unsere Kommunikation verändern – und warum das Missverständnisse birgt
  • Dieser Mann will Facebook zerschlagen: Anti-Digitalist Jaron Lanier kritisiert die zunehmende Machtkonzentration im Netz

Wie viel besser können wir Menschen noch werden?

Mit der Frage, wie viel mehr Leistung wir aus unserem Körper noch herausholen können, hat sich unser Autor Haluka Maier-Borst beschäftigt – und sich gleich selbst einem Test unterzogen. Mit Elektroden verkabelt sieht er plötzlich das Licht anders, ein Metall-Ständer leuchtet. Stromschläge sind aber nur ein Weg, auf dem Forscher versuchen, unser Gehirn leistungsfähiger zu machen. Mit Cyborgs und Transhumanismus entwickeln sich verschiedene neue Ansätze, die Mensch und Maschine stärker miteinander verschmelzen wollen.

Auch Dirk Ahlborn beschäftigt sich mit besserer Leistung, allerdings auf einem ganz anderem Gebiet: dem Verkehr. Der Gründer werkelt für Tech-Ikone Elon Musk am Hyperloop, einer Zug-artigen Konstruktion, die einmal mit bis zu 1.200 Kilometern pro Stunde fahren soll. Im Interview entwirft er eine Vision, die Kurzstreckenflüge überflüssig machen würde. In spätestens drei Jahren soll der Plan Realität sein. Dann, so erwartet es der Unternehmer, sollen die ersten Passagiere den Hyperloop nutzen können. Allerdings stellt er immer wieder fest: Sein Projekt bedarf noch der Erklärung. „Viele denken, ich baue ein Raumschiff“, sagt Ahlborn.

Den Hip-Hopper Smudo verorten Fans der Fantastischen Vier klassischerweise in der Musik. Doch der Sänger interessiert sich auch für Virtual Reality, Drohnen und Autorennen. t3n-Chefredakteur Luca Caracciolo hat den Tech-Begeisterten beim Drohnen-Rennen in Hamburg getroffen. Angst, dass er eines der Flugobjekte kaputtfliegen würde, hatte er nicht: „Das ist ja auch in gewisser Weise der besondere Kick“, sagt er. „Du fliegst etwas, das richtig Geld kostet und eben kaputtgehen kann.“ Trotz Tech-Begeisterung hält er von einer Idee, an der derzeit getüftelt wird, nichts: fliegenden Autos. „Wie soll denn bitte die infrastrukturelle Umgebung für solche Vehikel aussehen? Du kannst ja nicht irgendwie von der Autobahn abheben, sondern brauchst einen Flugplatz“, sagt der Musiker.

Der Erfolg von Spectrm, Conversational User Interfaces im Design, Entwicklungs-Anleitung für Messenger-Bots und wie Unternehmen ohne Chefs aussehen

Wer richtig abhebt ist das Startup Spectrm: Wurde das Geschäftsmodell von Whatsapp verbannt, zeigte sich Facebook regelrecht begeistert – dank Chatbots. Warum Conversational User Interfaces einen so großen Trend darstellen, erklären wir in dem Text „Chats als Designsprache“. Für die Coder gibt es zudem eine Anleitung, wie sie Messenger-Bots entwickeln können. Auf Facebook trenden aber nicht nur Chatbots, sondern auch Videos – zum Ärger von Youtube. Auch Instagram wandelt sich gerade stark. Für Unternehmen der perfekte Zeitpunkt, um dort einzusteigen. Was Microservices mit Minions gemein haben und was das Flat Design 2.0 kann, haben wir für euch im Ressort „Entwicklung und Design“ aufgeschrieben. Und wer sich dafür interessiert, wie Unternehmen ohne Führungskräfte klarkommen, der sollte sich die Artikel zu Holacracy und The DAO vorknöpfen. Eine spannende Lektüre!

Weitere Themen im Heft:

  • Der Saftladen von der Elbe: Das Startup Kale and me betreibt ein ganz und gar ungewöhnliches E-Commerce-Modell – mit Hilfe eines Mittelständlers
  • Ich, einfach unverbesserlich? Wie viel Leistung unser Körper durch technische Hilfe noch bringen könnte
  • Code statt Kapital: Die Tech-Anarchisten von The DAO wollen die Wirtschaft umkrempeln
  • Die richtige Crowdfunding-Strategie für Startups: Wie Unternehmen nicht nur Geld, sondern auch eine nachhaltige Fanbasis sammeln
  • Javascript mit Struktur: Architekturpattern für performante Anwendungen
  • „Mein Kontostand ist nicht so wichtig“: Runtastic-Gründer Florian Gschwandtner spricht über die Zeit nach dem Exit – und Tierfutter
  • Das Ende der Shop-Ära: Wie sich Marken im Ökosystem richtig positionieren
  • Das Rundum-sorglos-Paket: Was Unternehmen über Managed Hosting wissen müssen
  • Authentisch muss es sein: So finden Firmen den richtigen Influencer für ihre Kampagnen
  • Don’t believe the hype? Die Fintech-Branche wird erwachsen und stößt auf die ersten Widerstände
  • Das Universalwerkzeug: Mit PostCSS den CSS-Code verbessern

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